Breakfast on a wagon with your partner

Die Zeit nach dem Untergang der Zivilisation ist inzwischen nahezu ein Standardmotiv von Videospielen. The Last of us, Fallout, sogar Call of Duty – Blockbuster-Spiele thematisieren die Postapokalypse beinahe schon so gern wie Tolkien’sche Fantasy-Welten. Die erzählerische Substanz geht dabei oft verloren. Bei Breakfasst on a wagon with your partner ist das anders.

Breakfast on a wagon with your partner entstand mit Hilfe des Entwicklertools Twine. Weniger Spieledesigner als vielmehr Autoren nutzen die Open-Source-Software, um interaktive Geschichten zu erstellen – mal verzwickt und ausladend, mal einfach und kurz. Breakfast on a wagon with your partner gehört zur kurzen Kategorie, bietet dafür aber jede Menge Entscheidungsfreiheit. Zudem gibt das Spiel eine mögliche Antwort auf die Frage, wie ein Beziehungsgespräch nach dem Untergang der Welt verläuft.

Bei Breakfast on a wagon with your partner wird mir schon nach ein paar Dialogzeilen klar, dass es hier nicht wirklich um den Weltuntergang geht. Stattdessen thematisiert das Spiel klassische Fragen des menschlichen Zusammenlebens. Wofür ist das, was wir machen, gut? Wer braucht mich? Wer kann mit meinem Wissen etwas anfangen und wo will ich mit meinem Leben hin? Am schwersten wiegt jedoch die Frage: Will mein Partner das Gleiche?

Vielleicht will er, vielleicht auch nicht. Bei Breakfast on a wagon with your partner obliegt es allein dem Spieler, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Natürlich beim Frühstück und natürlich mit einem unangenehmen Zwicken in der Magengegend. Nachdem die Bomben gefallen sind, die Städte zu Staub wurden und die Menschen zu versteinerten Mahnmalen einer gescheiterten Anti-Kriegs-Bewegung verkamen, blieb also irgendwie doch alles gleich.

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